Teil 1 der Reihe: KI in der Personalentwicklung: Betriebliches Lernen organisieren

KI- Bild- Was sonst?

Das betriebliche Lernen behandelt die Frage, wie HR betriebliches Lernen unterstützen kann. Corporate Learning beschreibt die Bemühungen Bedingungen für einen guten, idealerweise systematischen, Austausch von Wissen zu schaffen und den Aufbau von praktischen Qualifizierungen am Arbeitsplatz zu organisieren. Die Anforderungen sind hoch: Es gilt das Wissensmanagement nicht nur bei ausscheidenden Mitarbeitenden zu organisieren und Lust auf Lernen und Innovationen schaffen, um besser auf Veränderungsanforderungen reagieren zu können. Glücklicherweise nutzen Beschäftigte im privaten Alltag schon moderne Lernwege: YouTube-Tutorials, Podcasts und vor allem KI-Tools wie ChatGPT oder Claude. Das gilt es aufzunehmen und zu nutzen.

Die größten Herausforderungen im Corporate Learning sind vielfältig: Aus Unternehmenssicht ist es in der Regel der Veränderungsdruck mit dem damit verbundenen Re- und Upskillingbedarf, den es zu organisieren gilt. Weitere Großbaustellen sind das Wissensmanagement und das selbstorganisierte Lernen. Ganz nebenbei gilt es die Organisation für die KI-Revolution fit zu machen – in schwierigen Zeiten bei sinkenden Budgets.

Aus Sicht der Lernenden ergibt sich ein zusätzliches Problem: Sie müssen sich ständig in neue Kontexte einarbeiten und sich mit vielen Themen befassen. Das führt bei den Lernwilligen Beschäftigten zunehmend zu Überforderung und Lernmüdigkeit. Verstärkend kommt hinzu, dass die relevanten Lerninhalte nur mit relativ hohem Lernaufwand zu finden sind. Im Alltag werden sie oft daher nicht oder nur wenig genutzt. Mögliche Onboarding-Unterstützungen wie FAQs oder Datenbanken mit hoher Komplexität werden daher oft nicht angemessen genutzt. Es fällt schwer, die Qualität der Lernmaterialien und die Angemessenheit für den eigenen Wissenstand einzuschätzen. Es gilt daher nicht immer mehr Material anzubieten, sondern mit besseren Filtern, kuratierten Inhalten und klare didaktischen Linien den Lernprozess zu fördern.

Wie kann ich Lernmöglichkeiten mit technischen Möglichkeiten fördern?

Es gibt auf dem Markt Anbieter, die digitale Inhalte wie YouTube-Tutorials filtern und die schiere Masse der Angebote verringern. Besonders Anbieter von LMS (Learning-Management-System) bieten in geschlossenen Formaten Filterfunktionen. Das kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn die Inhalte tatsächlich passend eingekauft und zu den Fragestellungen der Zielgruppen passen. Die Aufgabe der Auswahl sinnvoller und nicht zu allgemein formulierter Angebote bleibt im Unternehmen. Daher setzen praktisch alle Anbieter von LMS zusätzlich auf die Erstellung von Content im Unternehmen – durch die Beschäftigten selbst.

Größere Unternehmen können einen Schritt weiter gehen und auf „Learning Experience Platforms (LXP)“ setzen, in denen sich Lernenden einzelne Lernthemen vorschlagen lassen können. Diese Vorschläge werden nach dem Netflix-Prinzip ausgesucht- das heisst, Inhalte werden aufgrund von Datenmustern zusammengestellt. Das ist aufwändig, erfordert eine große Datenbasis und hat Grenzen. So wird vor allem Bekanntes vorgeschlagen und Nutzende werden durch unpassende Inhalte oft in irrelevante Themen abgelenkt.

Welche Inhalte passen für uns als Lernende in der Organisation nicht?

Ich brauche konkrete Problemlösungen und nur so viel Hintergrundwissen wie notwendig. Zu allgemeine Inhalte bringen mich kaum weiter. Gerade mit KI erstellte Lerninhalte sind oft schwammig formuliert und kosten mich viel Zeit. Ich brauche keine Idee für alle Unternehmen- sondern jetzt nur für meine spezielle konkrete Anforderung in meiner Organisation in meiner Funktion.

Ich muss einschätzen können, wie eine mögliche Methode oder Vorgehensweise im Unternehmen gelebt und bewertet wird. Möglich ist viel, aber ich will wissen, was das für mich kraft- und zeitsparendste ist und wie es aus der Führungsebene bewertet wird.

Die Lösung: Lokale Datenverfügbarkeit, Austausch und gemeinsame Bewertung

Die Einführung einer lokalen, auf das Unternehmen bezogenen KI mit Zugang zu relevanten Daten ist hier sicher eine Voraussetzung, um Lernende selbst in die Lage zu versetzen auch ohne LMS, LMX oder andere große Lerntools die Wissensbeschaffung zu erleichtern. Ein Unternehmen aus der Energiewirtschaft schaffte mit einem kleinen KI-Modell vom europäischen Anbieter Mistral die Möglichkeit für Lernende selbst mit passenden Prompts betriebliche Daten auszuwerten und konkrete Fragen beantworten zu können. Schafft man es, Ablaufpläne und Arbeitsanweisungen für strukturierte Einarbeitungen zu digitalisieren, können Lernende selbst schnell an relevante Inhalte kommen – ohne großen Aufwand für das Unternehmen.

Die Prüfung und der Umgang mit dieser schnellen Form des Lernens erfordert kritische Distanz und einen guten Austausch für gemeinsame Bewertungen. Diese Austauschformate müssen natürluich organisisiert werden und auch das lässt sich gute mit KI unterstützen. Eine Umsetzung solcher „Learning Circles“ beschreibe ich einem der folgenden Blogs.

Eine Einschränkung ist aktuell für viele Unternehmen noch: Entscheidend ist die Verfügbarkeit von Daten aus dem Unternehmen, die sich für qualitative Lern-Content nutzen lassen. Eine solche Architektur muss einmal entworfen und strukturiert werden und dann nach und nach digitalisiert werden. Eine Umsetzung solcher „Learning Circles“ beschreibe ich einem der folgenden Blogs.

In der kommenden Folge beschreibe ich eine Methode, mit der sich das Kuratieren von relevanten Inhalten aus dem Internet effizienter nutzen lässt und wie dieses in das organisationale Lernen eingebunden werden kann.

Wobei können wir Sie unterstützen?

Schwere Fragen brauchen sorgfältige Antworten und durchdachte Maßnahmen – Sprechen Sie uns an!

Jetzt Newsletter abonnieren!

Bleiben Sie auf dem Laufenden und verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr.