Bindungsgespräche

Bindungsgespräche sind Gespräche, die man zeitnah führt, nachdem eine Person einen Wechselwunsch äußert. Diese Gespräche fallen Führungskräften oft schwer, da die Personen mit ihrer Entscheidung sich auch gegen die Führungskraft entscheidet und der Weggang auf diese Weise emotionalisiert wird.

Die Idee von Bindungsgesprächen ist es, so aufmerksam und so vernünftig wie möglich ein Gespräch mit einer abwanderungswilligen Person zu führen. Es gilt eine gute gemeinsame Ebene zu finden, auf der die vergangene Zeit betrachtet werden kann und die wahren Wechselgründe analysiert werden können. In der Regel hat die Führungskraft einen großen Einfluss auf die Wechselabsichten, aber viele andere Gründe sind denkbar. Beispielsweise können familiäre Gründe oder die Verlockung eines hohen Gehalts ihren Anteil an der Entscheidung haben. Am Ende des Gespräches sollten klar sein, welche der vielfältigen Ursachen den Ausschlag gegeben hat und unter welchen Bedingungen eine Person bleiben würde. Wenn sich heraussstellen sollte, dass die wesentliche Ursache die Zusammenarbeit in einem toxischen Team ist, gilt es sofort Maßnahmen im Team anzustreben, um weitere Fluktuation zu verhindern.

In diesen Gesprächen gilt es zu signalisieren, dass der Austritt bedauert wird. Dr. Alexander Häfner, der Autor des Buches „Fluktuationsmanagement“ aus dem Jahr 2022 und Leiter der Personalenentwicklung der WÜRTH Industrie Service GmbH in Bad Mergentheim empfiehlt dazu die Nutzung einer Kombination aus einem standardisiertem Fragebogen und einem persönlichen Interview. Mit dem standardisierten Fragebogen lassen sich eine breite Varianz an Gründen abfragen und bewerten. Mittelfristig lassen sich über viele Personen hinweg auch quantitative Aussagen machen und Vergleiche ziehen. Das persönliche Interview erlaubt einen sehr individuellen Bezug auf die Wünsche und emotionalen Bewertungen, die zu dem Wechselwunsch geführt haben.

Als Struktur für das Bindungsgespräch empfiehlt sich

  1. Klare Ansprache des Themas Fluktuationsabsichten
  2. Eindeutiges Signal, daß man die Person gerne im Unternehmen halten möchte
  3. Fragen nach den wirklich relevanten Hauptgründen (unterstützt mit Fragebogen)
  4. Realistische Wege aufzeigen, Aussagen einordnen, Vorschläge machen
  5. Vereinbarungen zum weiteren Vorgehen treffen

Wir haben in unserem 1,5-tägigen Seminarformat eine Einleitung zur Erkennung von Anzeichen von Wechselwilligkeit vorangestellt, erfassen dann die wesentlichen Wechselgründe und stellen dann den Ablauf und die Instrumente eines solchen Gespräches vor. Die Gespräche werden dann mit professionellen Rollenspielern als Gesprächspartnern trainiert und es gilt für die Teilnehmer*innen-Gruppen in den Szenarien herauszufinden, was die Hintergründe und Auswege in dieser Situation sein könnten. Auf diese Weise entstehen viele Ideen und Anregungen, die in den tasächlichen Gesprächen helfen werden. Bindungsgespräche müssen zeitnah nach Äußerung des Wechselwunsches geführt werden. Ein kurzes Videotutorial zur Auffrischung und ein Leitfaden für das Interview stehen den Teilnehmer*innen noch mindestens ein Jahr lang auf der digitalen Seminarplattform zur Verfügung.

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